HEILPRAKTIKERIN  Martina Singh-Glowalla
Nur wer merkt, dass es dunkel ist, sucht nach dem Licht.

BESCHREIBUNG DER EINZELNEN BACHBLÜTEN

Anmerkung: die folgenden Ausführungen der einzelnen Bachblüten und ihrer Wirkungen beruhen auf Erfahrungen und Studien von Edward Bach. Sie dienen nicht zur Selbstmedikation und sollen keinen Arzt- oder Heilpraktikerbesuch ersetzen. Sie dienen lediglich dazu, sich mit den Themen auseinanderzusetzen, und bei Bedarf einen Fachmann aufzusuchen.

 

27. Rock Water (Quellwasser) - Die Selbstkasteiung - vom erzwungenem Perfektionsdrang zur frei gewählten Disziplin

"Etwas zwingt mich, immer das Beste erlangen zu müssen."

Menschen, die Rock Water benötigen, sind sehr streng mit sich selbst. Sie haben sehr starre Ansichten und zur Erreichung ihrer Ziele unterdrücken sie ihre vitalen Lebensbedürfnisse. Diese Menschen stellen an sich sehr hohe bis unrealistische Ansprüche, die sie nur mit Mühe und unter großer Anstrengung erfüllen können. Manchmal können dieses Pflichtbewusstsein und ihre Disziplin schon fanatische Formen annehmen, unter denen sie selbst und ihre Umwelt leiden. Das Festhalten an strengen Prinzipien und Perfektionismus lässt diese Menschen sehr starr und selbstgerecht werden.  Das Bild vom humorlosen Asketen trifft hier zu, an dem die schönen und lustvollen Momente des Lebens freudlos vorüber  ziehen. 

Menschen, bei denen dieses Bild nicht ganz so stark zutrifft,  spüren vielleicht nur einen Mangel an Lebensfreude und Leichtigkeit in ihrem Leben.

Rock Water kann diesen Menschen die Leichtigkeit wieder bringen, die wir zum Gedeihen so dringend benötigen. Es lockert ein wenig den Perfektionismusdrang und hilft auch mal mit nur halb soviel Strenge auszukommen, ohne deswegen schlampig oder nachlässig zu werden. Auch ist man deswegen nicht weniger wert - ganz im Gegenteil: Rock Water macht einen menschlich und einfacher im Umgang. Der Spaß an den Aufgaben findet wieder Zugang zum  Leben.

Rock Water in Kombination mit anderen Bachblüten:

Aspen (2/27): starrer Perfektionismus aus unbegründeten Ängsten heraus

Beech (3/27): Perfektion wegen fehlender Toleranz

Cerato (5/27): Perfektion aus Mangel an eigener Intuition einer Situation gegenüber

Cherry Plum (6/27): Perfektion aus Angst, einen unbeherrschbaren Ausbruch zu bekommen

Crab apple (10/27): Perfektionismus aus dem Drang der zwanghaften Reinlichkeit heraus

Oak (22/27): Perfektionismus aus Ehrgeiz und Leistungswille

Pine (24/27): Perfektionismus aus dem Glaube heraus, dass man selber nie genüge

Vine (27/32): Perfektionismus aus dem eigenen Überlegenheitsgefühl

Water Violet (27/34): Aus der Isolation entstandener Perfektionismus

Wild Oat (27/36): Perfektionismus aus einer fehlenden Sinnhaftigkeit des Lebens

 

28. Scleranthus (Einjähriger Knäul) - Die Entscheidungsblüte - von der Zerrissenheit zur inneren Klarheit

" Ich kann alles für gleichwertig und richtig befinden. Es gibt kein richtig oder falsch."

Menschen, die Scleranthus benötigen, fällt es oft schwer, sich zwischen zwei Dingen zu entscheiden. Sie sind in ihrer Entscheidung hin und her gerissen, da sie sowohl für die  eine Seite  Argumente finden, als auch für die andere. Und je mehr sie darüber nachdenken, desto mehr Argumente für beide Seiten fallen ihnen ein! So fällt ihnen dann die Entscheidung immer unmöglicher, bis sie am Schluss gar keine vernünftige Entscheidung treffen können, weil sie völlig verwirrt sind.

Ein anderes großes Thema sind ihre häufigen und abrupten  Stimmungsschwankungen. In der einen Minute noch himmelhoch jauchsend, in der nächsten zu Tode betrübt.

So wirken sie auf andere unzuverlässig, da sie durch neue Gesichtspunkte schnell ihre Ansichten und Meinungen ändern, und dadurch die zugesagten Verabredungen nicht mehr einhalten können. Jeder neue Aspekt, jeder neue Gedanke bringt sie innerlich ins Wanken.

Auch gehören die Wetterfühligkeit und Krankheiten, die immer wieder mit wechselhaften Symptomen auftreten, hier her.

Scleranthus kann dabei helfen, Entscheidungen, die richtig sind, und zu einem passen, zu finden. Ohne dabei den Aspekt zu verlieren, alle Seiten einer Situation sehen zu können. Ganz im Gegenteil: es hilft, den eigenen Zugang zu den verschiedenen Sichtweisen zu bekommen, und sie dadurch sicher beurteilen zu können.

Sclerathus in Kombination mit anderen Bachblüten:

Aspen (2/28): unfähig, Entscheidungen zu treffen durch unklare Ängste

Cerato (5728): unfähig, Entscheidungen zu treffen , da der eigenen Intuition nicht vertraut wird

Chestnut Bud (7/28): unfähig, Entscheidungen zu treffen, weil man nicht aus seinen Fehlern lernt

Clematis (9/28): unfähig, Entscheidungen zu treffen durch Tagträumerei

Gentian (12/28): unfähig, Entscheidungen zu treffen, da sowieso alles keinen Sinn mehr macht und man keine Hoffnung mehr hat

Impatiens (18/28): unfähig, Entscheidungen zu treffen, weil man zu ungeduldig ist

Mimulus (20/28): unfähig, Entscheidungen zu treffen, durch die Angst, es könnte einem ein Leid geschehen

Mustard (21/28): unfähig, Entscheidungen zu treffen, durch unergründliche Schwermut

 

29. Star of Bethlehem (doldiger Milchstern) - Die Schocküberwinderblüte - von der Erschütterung zur Neuorientierung

Star of Bethlehem ist die Blüte bei seelischem und/ oder körperlichem Trauma.

Menschen, die diese Blüte benötigen, haben eine seelische oder körperliche Erschütterung erlitten und innerlich noch nicht verkraftet. Der Schock des Erlebten sitzt noch tief. Selbst wenn das Erlebnis schon lange zurückliegt, leidet man noch. So richtig will sich das gesunde Lebensgefühl noch nicht wieder einstellen. Dies zeigt sich durch Kummer, Unglücklichsein, Alpträume, Trostbedürftigkeit. Dieser Zustand kann zum Beispiel durch einen plötzliche Unfall, einem plötzlichen Verlust eines geliebten Menschen oder durch enttäuschte  Liebe ausgelöst werden. Oft sieht es dann so aus, dass das Leben genau an dem schlimmen Ereignis stehen geblieben ist und einen deutlichen Einschnitt verursacht hat, der nicht einfach übergangen werden kann. Die Fähigkeit zur positiven, zukunftsorientierten Lebensgestaltung ist mit dem schockierendem Erlebnis verloren gegangen.

Star of Bethlehem kann helfen, diese Schockerlebnisse besser zu verarbeiten. Es kann helfen, die Kraft zu finden, sich den schrecklichen Erlebnissen zu stellen, den Mut zu finden, sich die Erlebnisse mit dem gebührendem Abstand  anzuschauen, um die nötigen Schritte zu unternehmen, damit es überwunden werden kann. Erlebe ich durch mein Handeln, dass ich die Kraft besitze, auch das Schlimmste auszuhalten und sogar durch meine Entscheidungen und Taten wieder in den alten Kraftzustand zu kommen , dann steht mir die Zukunft wieder offen. Und im besten Falle erfahre ich durch die Überwindung einen Kraftzuwachs, der mich für zukünftige Schicksalsschläge besser als bisher ausrüstet.

 Dann hat  die Krise geholfen, neue Kraftquellen in mir zu finden und zu mobilisieren.

Kinder, die Star of Bethlehem brauchen, fallen durch ihre Traurigkeit und Zurückgezogenheit über einen längeren Zeitpunkt auf. Sie mögen dann oft nicht richtig essen oder spielen und wirken irgendwie bedrückt. In diesen Zustand können sie durch einen physisch erlebten Schock (Unfall oder Handgreiflichkeiten) oder einem seelischen Erlebnis kommen. Dies kann durch den Wegzug des besten Freundes, den Tod der geliebten Oma oder Haustiers oder durch einen heftigen Streit der Eltern oder gar durch deren Trennung ausgelöst werden. In allen Fällen fühlt sich das Kind hilflos und weiß nicht, wie es dieses schreckliche Ereignis verarbeiten soll.

Neben dem einfühlsamen Gespräch kann Star of Bethlehem dem Kind helfen, die Kraft zu finden, diese Tatsachen zu akzeptieren und, vielleicht mit Hilfe von außen, neue Wege zu finden.

Kombinatinen mit anderen Bachblüten:

Agrimony (1/29): die seelische Verwundung versteckt hinter der Maske der Fröhlichkeit

Aspen (2/29): allgemeine Ängstlichkeit verursacht durch ein schockierendes Erlebnis oder in die allg. Ängstlichkeit       durch ein schockierendes Erlebnis geraten

Cerato (5/29): Verunsicherung durch Schockerlebnis oder das Schockierende durch die eigene Urteilsschwäche erleben

Cherry Plum (6/29): Neurosen, seelisch unkontrollierbare Wutausbrüche/Kurzschlusshandlungen durch schockierende Erlebnisse

Clematis (9/29): Realitätsflucht, geistige Abwesenheit, Ohnmacht durch schockierende Erlebnisse

Crab Apple (10/29): Krankhafter Ekel durch schockierende Erlebnisse

Elm (11/29): Selbstwerteinbruch durch traumatische Erlebnisse

Gentian (12/29): allgegenwärtiger Zeifel und Skepsis durch schockierende Erlebnisse

Gorse (13/29): Hoffnungslosigkeit/ Resignation nach schockierendem Erlebnis

Holly (15/29): Engherzige Gefühle mit Gefühlsausbrüchen durch traumatische Erfahrungen

Honeysuckle (16/29): traurige Rückwärtsgewandtheit  nach traumatischen Erlebnissen

Larch (19/29): Verlust des Selbstvertrauens durch traumatische Erlebnisse

Mimulus (20/29): Ängstlichkeit durch traumatische Erlebnisse

Mustard (21/29): Schwermut durch traumatische Ereignisse

Olive (23/29): mangelnde körperliche und seelische Widerstandskraft durch Erschöpfung durch schockierende Erlebnisse

Pine (24/29): ewige, schnell auszulösende Schuldgefühle ausgelöst durch schockierende Erlebnisse

Red Chestnut (25/29): zu starkes verbunden sein mit anderen durch traumatische Erlebnisse

Rock Rose (26/29): Panikzustände durch traumatische Erlebnisse

Sweet Chesnut (30/29): innere Ausweglosigkeit/ Verzweiflung durch traumatische Ereignisse

Walnut (33/29): Labilität durch traumatische Ereignisse

Water Violet (34/29): Isolation durch traumatische Ereignisse

White Chestnut (35/29): Gedankenkarussel durch traumatische Erlebnisse

Wild Rose (37/29): innere Apathie, völlige Resignation, ohne jeden Antrieb durch traumatische Erlebnisse

Willow (28/29): machtlos und verbittert dem eigenen Schicksal gegenüber durch traumatische Ereignisse ausgelöst 

 

30. Sweet Chestnut (Edelkastanie) - Hoffnungslosigkeit - von der Verzweiflung zur Zuversicht  

          "Mir kann eh keiner helfen!"

Menschen, die Sweet Chestnut benötigen haben das Gefühl, dass sie vollkommen am Ende der Hoffnung auf Veränderung angekommen sind. Sie befinden sich in großen Seelenqualen, in denen sie keine Möglichkeiten zur Besserung mehr wahrnehmen. Um sie herum ist es nur noch dunkel aus der sie keinen Ausweg mehr sehen. Sie stehen mit dem Rücken an der Wand. Das absolute Ende ist erreicht.

Sweet Chestnut kann diesen Menschen helfen, wieder Licht in das Dunkel zu bringen, um neue Wege sehen zu können. Sie hilft aus dem tiefen Loch der Depression wieder herauszufinden, in dem sie der Seele neue Perspektiven eröffnet. Plötzlich ist da wieder ein Silberstreif am Horizont, den man vorher nicht gesehen hatte. Man hat wieder Zuversicht in sein Leben und seine Zukunft.

Kinder, die Sweet Chestnut benötigen, sind sensible Kinder, die sich in Situationen befinden, denen sie sich hilflos ausgeliefert fühlen. Das können Situationen sein, in denen sich das Kind mit seinen Problemen von den Eltern allein gelassen fühlt. Oder es merkt, dass die Eltern mit ihren eigenen Problemen selbst überfordert sind und es will sie nicht noch zusätzlich mit seinen belasten. Sie ziehen sich dann meist in ihre eigene Welt zurück und leiden dort still vor sich hin. Wenn diese Kinder das Gefühl haben, dass ihnen ein Geschwisterkind vorgezogen wird, kann man auch solche abweisenden Sätze wie: "Lass mich in Ruhe, du kannst mir eh nicht helfen!", von ihnen hören, aus denen man die ganze Verzweiflung des Verlassen- und Alleingelassenseins heraushören kann. 

Sweet Chestnut kann diesen Kindern helfen, die Zuversicht wieder zu gewinnen, dass auch sie  gesehen werden, und  auch für ihre Probleme Lösungen gefunden werden können.

Kombination mit anderen Blüten:

Cherry Plum (6/30): Verzweiflung/ totale Hoffnungslosigkeit durch psychischen Überdruck (durch Gefühlsunterdrückung)

Elm (11/30): Verzweiflung/ Hoffnungslosigkeit durch Selbstwerteinbruch in dem man sich zu viel aufgebürdet hat, damit verbundene Überforderung

Gorse (13/30): absolute hoffnungslose Verzweiflung

Rock Rose (26/30): Verzweiflung aus panischer Angst

Star of Bethlehem ((29/30): Verzweiflung durch Schockerlebnis

 

31. Vervain (echtes Eisenkraut) - die Missionarsblüte - vom dominanten Weltverbesserer zum hilfsbereiten Impulsgeber

Menschen, die Vervain brauchen, wollen ihre eigenen Überzeugungen und Ansichten vom Leben anderen mit missionarischem Eifer aufdrängen. Sie sind von einer Idee so begeistert, dass sie sie anderen unbedingt weiter geben wollen. Dabei überschreiten sie oft die Grenzen der anderen, die sich dann oft genötigt fühlen und sich zurück ziehen. Aus Begeisterung kann schnell Fanatismus werden.

Vervain kann helfen, das richtige Maß zu finden. Anderen sein Wissen und Können anzubieten und es zur Verfügung zu stellen, anstelle es aufzuzwängen. Es kann helfen, ein liebevolles Gespür für die Grenzen der anderen zu entwickeln.

Kinder, die Vervain benötigen sind besonders begeisterungsfähig und versuchen andere von ihren tollen Dingen oder Ideen zu überzeugen. Dabei können sie auch rechthaberisch und verbissen wirken. Abends haben diese Kinder oft Schwierigkeiten sich von den Erlebnissen des Tages zu lösen und finden dann kein Ende.

Vervain hilft diesen Kindern andere Kinder mit seiner Begeisterung nicht von sich wegzustoßen und lernen, andere mit seinen Ideen bei deren eigenen Vorhaben zu unterstützen. 

 

32. Vine (Weinrebe) - die Autoritätsblüte - andere führen, und sich selbst führen lasse

Die Menschen, die Wine benötigen, sind oft sehr ehrgeizig und zielstrebig. Sie gehen davon aus, dass das, was sie für sich als richtig erkannt haben, auch für ihre Umgebung das Richtige ist. So handeln sie übergriffig in der Annahme, für alle das Beste zu wissen und zu wollen. Einmal in Fahrt sind sie kaum zu bremsen.

Wine kann helfen, den Respekt vor der Meinung anderer zu fördern, und hilft, zwischen übertriebenem und gesunden Ehrgeiz zu unterscheiden. Unter Wine kann ein konstruktiver Führungsstil entwickelt werden, der die Bedürfnisse aller mit einbezieht.

Kinder, die diese Blüte benötigen sind kleine Tyrannen, die immer den Ton angeben müssen, und ihrem Willen notfalls auch mit sprachlicher oder physischer Gewalt Nachdruck verschaffen. Autoritäten (Eltern, Lehrern) können sie sich schlecht bis gar nicht unterordnen. 

Vine kann diesen Kindern helfen, den nötigen Respekt und Toleranz anderen gegenüber zu lernen.

 

33. Walnut (Walnuss) - die Verwirklichungsblüte -  von der Wankelmütigkeit zur inneren Festigkeit

 Die Menschen, die Walnut brauchen, befinden sich oft gerade in einer Umbruchsphase in ihrem Leben. Oft wissen sie innerlich schon um den neuen Schritt, den sie tun müssen in ihrem Leben, haben aber noch nicht den nötigen Mut, ihn auch tatsächlich umzusetzen. So lassen sie sich in dieser Phase noch leicht von anderen beeinflussen und scheinen nach außen hin, wankelmütig zu sein, obwohl sie im Inneren schon genau wissen, was richtig wäre.

Walnut kann helfen, endlich den nötigen Mut und die Kraft aufzubringen, die anstehenden Veränderungen durchzusetzen, und den eigenen Intuitionen, die tiefe Empfindung, was richtig für einen selbst ist,  zu folgen .

Kinder, die Walnut brauchen, müssen sich in neuen Situationen erst zurechtfinden. Durch ihre extreme Offenheit und Beindruckbarkeit sieht erst einmal alles gleich gut oder schlecht aus. So  finden sie sich schwer in einer neuen Situation (z.B. Lehrerwechsel) oder Umgebung (Schulwechsel, Umzug) zurecht. Es fällt ihnen schwer altes, gewohntes und liebgewonnenes loszulassen und das neue anzunehmen. Sie sind unsicher, sensibel, leicht einzuschüchtern und auch leicht zu beeinflussen.

Walnut kann ihnen helfen, sich auf neue Situationen leichter einzustellen, und sie damit besser anzunehmen. Und zu erkennen, dass auch das Neue schöne Seiten in sich trägt.

34. Water Violet (Sumpfwasserfeder) - die Kommunikationsblume - von der Isolation zur Kommunikation 

Die Menschen, die Water Violet brauchen, leben in einer gewissen Isolation. Sie versuchen, ihre Probleme allein  zu lösen und machen viele Dinge mit sich selbst aus. Dadurch geraten sie in eine Trennung von ihren Mitmenschen, die so weit gehen kann, dass allgemein Kommunikation zum großen Problem für sie werden kann.

Water Violet kann helfen, den Schritt nach außen, hin zu meinen Mitmenschen, und zur Kommunikation mit ihnen zu vollziehen. Damit wieder ein Austausch von Gedanken und Gefühlen stattfinden kann.

Kinder, die Water Violet brauchen, kapseln sich gern ab, und wirken dann im Umgang mit anderen merkwürdig kontaktarm. Das kann aus dem Gefühl der Überlegenheit heraus passieren, weil sie merken, dass sie schneller auffassen können als ihre Kameraden, und dann meinen, allein besser voran zu kommen. Oder aus dem Gefühl des Stolzes, weil sie merken, dass sie den anderen (z.B. im Spiel) nicht gewachsen sind. Dann isolieren sie sich aus Furcht, von den anderen gehänselt zu werden. In beiden Fällen ist der Austausch mit der Umgebung unterbunden.

Water Violet kann diesen Kindern helfen, aus ihrer selbstgewählten Isolation wieder herauszukommen und ehrliche Nähe und Interesse an den anderen zu fördern, um sich mit seiner Umgebung wieder auszutauschen. Und so zu merken, dass es nicht der einzige ist, das etwas kann und weiß.

35. White Chestnut (Gewöhnliche Rosskastanie) - die Sammlungsblüte - vom Gedankenkreisen zur inneren Sammlung

 Menschen, die White Chestnut brauchen, können ihre inneren Gedanken nicht abschalten. Sie haben unaufhörlich eine Gedankenkulisse im Kopf. Wenn dieser Zustand schon länger anhält, kreisen die Gedanken oft immer wieder um die gleichen Themen. Sie versuchen, ihre Probleme im Kopf zu lösen. Das funktioniert aber so nicht. Probleme lassen sich nicht allein im Kopf lösen.

White Chestnut hilft ihnen, dieses Gedankenkarussel einmal anzuhalten, auszusteigen und mit Abstand die Dinge anzuschauen. Mit diesem Abstand zeigen sich dann Lösungen, die einem den Weg zeigen, Handlungen zur Bewältigung der Situation zu vollbringen. (Wenn man z. B. ein behördliches Problem nicht aus dem Kopf bekommt, ist es durchaus sinnvoll, sich weitere Informationen zu dem Thema einzuholen, und bei Bedarf auch tatsächlich zum Telefonhörer zu greifen, um eine Sachlage zu klären. Mit diesen neuen Fakten ist man dann in der Lage, die Situation neu zu beurteilen, und sinnvoll zu handeln.)

White Chestnut kann Kindern helfen, die sensibel sind und sich schlecht von Problemen abgrenzen können. Für sie werden dann die Aufgaben in der Schule (vielleicht hat es die Mathehausaufgaben nicht geschafft) oder der Streit mit einem Freund zum Problem, um das sich ihre Gedanken ständig kreisen. In diesem Zustand ist es dann sehr schwer für das Kind, sich auf die eigentlichen Dinge um es herum zu konzentrieren.

White Chestnut kann diesen Kindern helfen, sich von diesen fixen Gedanken zu lösen, um den Kopf wieder frei zu bekommen für einen ruhigen, klaren Geist, mit dem sie  sich wieder auf ihr Herum einlassen können.

36. Wild Oat (Waldtrespe) - die Berufungsblüte - vom ewig unbefriedigtem Suchenden zum reifen Finder

 Menschen, die Wild Oat benötigen, wollen oft in ihrem eigenen Leben etwas ganz besonderes leisten. Sie haben oft viele Talente und gehen von einer Aufgabe und Tätigkeit zur nächsten, ohne sich mit ihr identifizieren zu können. So empfinden sie ihr Leben als unbefriedigend und sind frustriert von ihm. Es fehlt ihnen der innere Ruf nach einer Aufgabe, IHRER Aufgabe, und so schauen sie oft neidisch auf ihre Mitmenschen, die dem Anschein nach ihre Aufgaben mit soviel innerer Klarheit erledigen.

Wild Oat kann helfen, sich darüber klar zu werden, wer man ist, und warum man in diese Welt gekommen ist. 

Kinder, die diese Blüte brauchen, fangen viele Dinge an, ohne sie zu ende zu führen. Schon bald nach Beginn einer Sache sind sie gelangweilt von ihr und hören frustriert auf. Sie haben den Spaß an ihr verloren oder sehen keinen Sinn mehr darin, weiter zu machen.

Wild Oat kann diesen Kindern helfen, Klarheit zu finden, welche Dinge und Menschen für sie richtig und wichtig sind. Dadurch fallen ihnen Entscheidungen im Leben leichter. Sind diese einmal erkannt, können diese dann auch zielstrebig umsetzen werden.

37. Wild Rose (Hundsrose, Heckenrose) - die Lebensfreudeblüte - von der Resignation zur Motivation

 Menschen, die Wild Rose brauchen haben innerlich aufgegeben. Sie haben innerlich vor dem Leben resigniert. Sie haben sich mit bestimmten Situationen abgefunden und kämpfen nicht mehr. Sie beklagen sich nicht über diesen Zustand, weil sie ihn als normal angenommen haben. Sie sind innerlich leer und anteilnahmslos und unternehmen keine Anstrengung mehr, etwas verändern zu wollen. 

Wild Rose kann helfen, sich innerlich wieder an das Leben anzuschließen. Leben bedeutet sich nicht sich mit einem unhaltbaren Zustand abzufinden, sondern bedeutet sich hinzugeben und  Veränderung zuzulassen und nötigenfalls auch selber Veränderungen einzuleiten. Wild Rose kann die Freude am Leben und Aktivität wieder bringen.

Kinder, die Wild Rose brauchen, fallen durch ihre Anteilnahmslosigkeit und latente Traurigkeit auf. Sie haben die Tendenz, sich von den anderen abzukapseln und sind im Umgang mit ihrer Umgebung sehr passiv. Sie lassen sich wehrlos ihre Sachen von anderen wegnehmen, ohne darum zu kämpfen, obwohl sie physisch dazu in der Lage wären. Frühkindliche Schockerlebnisse oder seelische Verletzungen durch Nahestehende können ein Kind in solch einen ernsten Seelenzustand bringen. Das Kind hat das Gefühl verraten und verlassen worden zu sein. (z.B. ewige ernste Streitereien oder Trennung der Eltern können mögliche Ursachen dafür sein)

Wild Rose kann diesen Kindern helfen, diese tiefe seelische Verletzung zu überwinden und wieder neuen Lebensmut und Freude zu schöpfen. Damit sie sich auch wieder als lebendigen Teil der Schöpfung empfinden und erleben.

Honeysuckle und Star of Bethlehem können gut in Verbindung mit Wild Rose gegeben werden.

38. Willow (gelbe Weide) - vom Schicksalsgroll und Opferrolle zur Eigenverantwortlichkeit

"Immer ich!"

Menschen, die Willow bedürfen, hadern oft mit dem Schicksal. Sie glauben, dass sie vom Schicksal benachteiligt worden sind. Sie denken, dass sie eigentlich etwas besseres als ihr momentanes Leben verdient hätten. Unbewußt erwarten sie, dass das Schicksal ohne Gegenleistung nach ihren Wünschen ihr Leben zu gestalten hat. Geschieht dies nicht, hadern sie mit der Welt und ziehen sich beleidigt in eine Schmollecke zurück, in der es so aussieht, als ob die anderen immer mehr bekommen als man selbst. Andere merken oft diese vorwurfsvolle Ausstrahlung und meiden sie.

Willow kann helfen, den Zusammenhang zwischen Geben und Nehmen zu erkennen und so wieder eine positiv, gebende Grundeinstellung zu bekommen.

Kinder, die Willow brauchen, sehen sich in der Opferrolle und schieben die Schuld beim Versagen auf andere oder unpassende Umstände. "Ich kann nichts dafür!" oder "Der Lehrer hat nur mir unfaire Fragen gestellt!" sind Sätze, die man von ihnen hören kann. Eltern sollten diesen Kindern klar machen, in wie weit das eigene Verhalten immer auch mit in die Umstände hinein spielt. (Vielleicht hat der Lehrer ihm ja tatsächlich unfaire Fragen gestellt, aber vielleicht als Reaktion auf ein vorheriges falsches Verhalten des Kindes. Oder das Kind empfindet die Fragen nur als unfair, weil es die Antworten nicht wusste, weil es selbst nicht genug gelernt hatte.) 

Willow kann diesen Kindern helfen, ihr eigenes Verhalten und die daraus resultierenden Umstände besser zu erkennen, um so die Eigenverantwortlichkeit zu fördern. Und damit aus der negativen Opferhaltung herauszufinden