HEILPRAKTIKERIN  Martina Singh-Glowalla
Nur wer merkt, dass es dunkel ist, sucht nach dem Licht.

TIPPS

Leider ist viel altes Wissen der altbewehrten Hausmittel verloren gegangen. Früher lebten noch mindestens drei Generationen unter einem Dach, so dass im Krankheitsfall das alte Heilwissen noch von der älteren Generation an die jüngere weiter gegeben werden konnte.

Heutzutage stehen junge Eltern oftmals hilflos vor den Krankheiten ihrer Kinder. Sie wollen helfen, wissen aber nicht wie und womit. Dass Antibiotikagaben nicht das Allheilmittel sind, hat sich mittlerweile herum gesprochen.

Die unten aufgeführten Rezepte  und Maßnahmen sind als allererste Hilfe gedacht. Um gerade jungen Eltern Mut zu machen, andere Wege zu gehen, als immer nur zum Antibiotikum zu greifen.

Falls diese als erste Hilfsmaßnahmen gedachten Tipps keine Wirkung zeigen, oder sich der Zustand sogar verschlechtert, MUSS ein Arzt aufgesucht werden!

 

Selbstgemachter Hustensaft

Wenn der Husten am Wochenende anfängt oder schlimmer wird, und man nicht die Möglichkeit hat, Hustensaft aus der Apotheke zu besorgen, kann man einfach Hustensaft selber herstellen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass er sehr gut hilft und sehr gern von Kindern angenommen wird.

Man braucht dazu folgende Zutaten:

  • einen kleinen Topf mit Deckel
  • 250ml Wasser
  • 1 EL getrockneten Salbeitee
  • 1EL getrockneten Thymiantee
  • 100g braunen oder weißen Zucker
  • 100g gehackte Zwiebeln
Geben Sie alle Zutaten in den kleinen Topf und lassen es mit geschlossenem Deckel einmal ordentlich aufkochen und 2 min weiter kochen. Dann stellen Sie den Herd aus und lassen den Sud noch für ca. 10 min bei geschlossenem Deckel ziehen. Gießen Sie dann den Saft durch ein Sieb in ein geeignet großes Schraubverschlussglas und lassen es ganz abkühlen.
Davon können sie dann kleinen Kindern 3 mal  2 TL , größeren 3 mal 2EL übern Tag verteilt geben.
Im Kühlschrank gelagert hält sich der Saft ungefähr eine Woche.

Zwiebelwickel bei Ohrenschmerzen

Wer kennt diese Situation mit kleinen Kindern nicht: es ist spät abends oder sogar Wochenende und das Kind bekommt plötzlich Ohrenschmerzen. Für all diejenigen, die nicht stundenlang in der Notaufnahme im Krankenhaus zubringen wollen, gibt es ein einfach und altbewehrtes Hausmittel - den Zwiebelwickel!

Dazu schneidet man eine einfache Zwiebel in kleine Würfel und füllt davon 1-2 TL in ein vorher zurechtgeschnittenes Stück Stoffwindel, Stoff oder, wenn nichts dergleichen zur Hand ist, tut es ein Blatt von der Haushaltsrolle auch, drückt es ein wenig an und - wenn zur Hand- wärmt dieses Päckchen zwischen zwei Wärmflaschen an. Dann befestigt man es  mit  Hilfe eines Stirnbands oder einer Mütze direkt auf dem schmerzendem Ohr, und dort muss es für mindestens eine halbe Stunde seine Wirkung entfalten dürfen. Länger ist besser, und am besten lässt man es über Nacht dort.

Hat man so, meistens die Nacht, überstanden, kann man am nächsten Tag dann mit dem kleinen Patienten zum Heilpraktiker oder Arzt.

Aber auch, wenn man dazu keine Gelegenheit hat, hilt der Zwiebelwickel ganz wunderbar die Entzündung im Ohr herauszuziehen. Konsequent 2 mal am Tag Angewendet, kann er Wunder bewirken.

 

Die "Heiße 7" bei Krämpfen oder starken Kopfschmerzen

Magnesium phosphoricum D6, die "Nr 7" der Schüssler Salze, ist das Salz gegen Krämpfe und krampfhafte Schmerzen, also z. B. Kopfschmerzen, Migräne oder starke Regelschmerzen. Als Erstmaßnahme gegen diese Art von Schmerzen empfiehlt sich auf jeden Fall die "heiße 7".

Dazu gibt man 10 Tabletten (oder  umgerechnet 50 Globuli) in eine Tasse und gießt diese mit heißem, aber nicht mehr kochendem Wasser über, rührt dann mit einem Holz- oder Plastiklöffel um, bis sich die Tabletten (oder Globuli) vollständig aufgelöst haben. Dann trinkt man das Getränk so heiß wie möglich in kleinen Schlückchen, und versucht diese im Mund noch zu kauen, damit das Salz über die Mundschleimhaut aufgenommen werden kann, da es so noch schneller in die Blutbahn aufgenommen werden kann. So gelangt der Wirkstoff noch schneller an den Schmerzort, um dort den Schmerz aufzulösen.

Bereits nach einer Minute kann eine deutliche Verbesserung der Schmerzen eintreten, bis er sich ganz aufgelöst hat.

 

Wadenwickel für Kinder bei Fieber

Ganz allgemein lässt sich sagen, dass Wadenwickel bei jedem Menschen die Fiebertemperatur zu senken in der Lage sind. Da man bei Kindern aber einige Dinge zusätzlich beachten muss, möchte ich insbesondere auf diesen Patientenkreis eingehen. 

Wadenwickel zur Temperatursenkung eignen sich grundsätzlich ab einem Alter von einem halben Jahr. Bei noch jüngeren Patienten reichen oft warme Waschungen der Waden aus. Man muss beachten, dass das Wasser aber nur eine minimale Temperaturabweichung zur bestehenden Körpertemperatur aufweisen darf! und immer symmetrisch gearbeitet wird, d. h. immer beide Waden, mit der rechten beginnend, behandelt werden.

Folgende Regeln sind aber unbedingt einzuhalten:

  • Als oberste Regel lautet, dass die Wadenwickel wohltuend und lindernd sein sollen. Fühlt sich der Patient  nach fachgerechtem Anlegen der Wickel selbst nach ein paar Minuten noch nicht wohl oder verschlechtert sich der Zustand, muss der Wickel unbedingt abgebrochen werden. Hier zählt  die Empfindung und Kritik des Patienten! Jeder empfindet anders und der echte Unwille muss hier ernst genommen werden. ( Die Wickeltemperatur kann z. B. zu warm oder zu kalt sein.)
  • Je jünger der Patient, desto kürzer und von der Temperatur wärmer, der Körpertemperatur angeglichener, sollen die Wickel ausfallen. (Bei ganz jungen Patienten können dies, abhängig von der Temperatur der Wickel, tatsächlich nur einige Minuten sein.)
  • Auch dürfen die kühlenden Wickel nur bei warmen Waden und Füßen angewendet werden. Sind die Waden oder Füße kalt, so müssen diese zuerst erwärmt werden. Z. B. den evtl. vorhandenen Schweiß abtrocknen und unter eine Decke stecken. Oder die Füße während der Wickel mit einer Wärmflasche bedenken. 
  • Ganz allgemein dürfen keine kühlenden Maßnahmen bei kalten oder fröstelnden Patienten vorgenommen werden! Der Körper soll und darf nicht ausgekühlt werden, sondern nur die ans Schädliche heranreichende Temperatur entzogen werden. Es geht nicht darum, das heilende Fieber zu unterdrücken, sondern nur auf ein heilendes Maß herab zu regeln. Wenn der Wadenwickel erfolgreich angewandt wurde, dann beträgt die Fiebersenkung höchstens 1° C!

Wie legt man den Wadenwickel richtig an?

Bevor Sie anfangen, sollte der Raum gelüftet und der Patient noch mal zur Toilette gegangen sein. Störungen während der Behandlung sollten vermieden werden. Der Patient sollte sich an einem für ihn ruhigen und gemütlichen Ort befinden, dies kann sowohl das Bett oder auch das Sofa sein, die mit Kissen und wärmender Decke ausgestattet sein sollten.

Für den eigentlichen Wadenwickel brauchen wir 2 geeignete Wickeltücher und eine genügend große Schüssel für das Wasser.  Das erste Tuch, das am Körper angelegt wird, sollte aus einem saugfähigen Naturmaterial sein. Hierfür können alte, ausrangierte Stoffwindeln, Geschirrhandtücher (gern auch mit Leinen) oder Bettwäsche genommen werden. Es muss so zugeschnitten sein, dass es doppelt gelegt 11/2 mal um das Unterbein gewickelt werden kann und vom Fußgelenk bis zum Kniegelenk reicht.  Das zweite Tuch sollte ca. 3cm an jeder Seite überstehen und sollte idealer Weise aus Wolle sein, ein Frottetuch tut es aber auch. 

Kaltes bis handwarmes Wasser (je kleiner das Kind, desto angepasster an die Körpertemperatur, und nur 5°-10°C unter der Fiebertemperatur!) in die Schüssel geben und den inneren Wickel nass machen und nur leicht(!) ausgewrungen (nur nasse, so eben vor tropfende Tücher leiten die Wärme vom Körper weg; trockene oder zu trockene Tücher wirken dagegen wärmend)  straff ums untere Bein wickeln und darüber dann das äußere Woll- oder Frottetuch wickeln. Damit der Patient nicht auskühlt, soll er während der Behandlung gut zugedeckt sein.

Dauer: 10-20 min. Je höher das Fieber, desto kürzer die Wickel. Die Wickel müssen abgenommen werden, bevor sie warm und trocken sind. Dreimaliges Durchführen ist Satz - mit einer jeweiligen Pause von ca. 20 min. Aber auch hier: je höher das Fieber, desto kürzer sind die Pausen dazwischen! 

Die verwendeten inneren Tücher sollten vor jedem Gebrauch gut ausgewaschen werden, da sich Stoffwechselabbauprodukte in ihnen sammeln oder man nimmt für jeden Durchgang ein komplett neues Tuch. Zur Kontrolle vor und  eine 1/2 Stunde nach dem 3. Durchgang das Fieber messen. Die Temperatur sollte aber nicht mehr als 1°C herabgesenkt sein, da es sonst für Herz und Kreislauf zu anstrengend ist.

Ist das Fieber nach der korrekten Durchführung der drei Durchgänge gar nicht gesunken, dann MUSS ein Arzt konsultiert werden!